Die Ranch - unsere Bewohner.
In der Ranch leben Menschen mit Suchtproblemen in Übergangsphasen und in der Nach-
betreuung. Aber auch Menschen mit seelischen Problemen aufgrund zurückliegender Ab-
hängigkeit oder mit Schädigungen durch Suchtmittelmissbrauch.
Drei Bewohner, die zur Zeit auf der Ranch leben, möchten wir dir vorstellen:
Steffen, 46 Jahre, begann mit 14 Jahren zu trinken. 2008 brachte ihn ein besorgter Blaukreuz-Sekretär auf die Ranch. Er war so betrunken, dass er erst mal zur
Entgiftung in die Klinik musste. Nach sieben Tagen kam er zurück. Jetzt ist er zwei Jahre trocken, zum ersten Mal seit seiner Jugendzeit. Mit dem Rauchen hat er aufgehört.
Früher hat er gar nicht gesprochen, heute hat er reden gelernt. Steffen kocht, backt, macht Marmelade, trägt die Verantwortung für die Hühner. Zur Zeit macht er den Führerschein. Und er hat Träume: Gleitschirmspringen und in einem 4-Sterne Restaurant Fisch zubereiten.
Mit 15 Jahren begann Denis, 30 Jahre alt, Drogen zu nehmen, später kam auch Alkohol dazu. Mit seiner Freundin lebte er 12 Jahre zusammen. Sie bekamen zwei Töchter.
Er durchlebte den „klassischen“ Kontrollverlust. Unter Alkoholeinfluss begang er Straftaten wie Körperverlet-
zung, Beleidigung, Sachbeschädigung u.s.w..
Sein Untergang war im September 2009, als sich seine Freundin von ihm trennte. Die Folge waren tägliche Auseinandersetzungen mit der Polizei. Auf einer Veranstaltung in Bärenwalde mit Theo Lehmann bekehrte er sich zu Gott. Mit seiner Hilfe hofft er, auf der Ranch ein Leben ohne Suchtmittel zu erlernen, seinen Kindern ein guter Papa zu werden und das alte Leben hinter sich lassen zu können.
Seit November 2008 lebt Jürgen, 58 Jahre, auf der Ranch. Davor war er lange Zeit im Obdachlosen-
heim. Was sich verändert hat? Er lacht: „Alles hat sich verändert.“ Plötzlich ist Struktur in seinem Leben und sei es nur das regelmäßige Essen. Nach Jahren hat er wieder eine verantwortliche Aufgabe: Er kümmert sich um die Tiere. Seit einiger Zeit wohnt er im eigenen Appartment, kann sich selber etwas kochen. Er hat gelernt, „dass nicht immer alles nach meinem Kopf geht“, ist weniger aufbrausend als früher. Jürgen hat gelernt Dinge zu genießen - etwa einen Urlaub in Tirol mit dem Blauen Kreuz. Er ist weicher geworden, kann Gefühle zeigen. Und so treten ihm auch die Tränen in die Augen als er über seine größte Freude berichtet: Der Kontakt zu seinem Sohn ist wieder entstanden.


